Feststellung des Bedarfs

Um den Bedarf einer Zielgruppe festzustellen, können verschiedene Informationsquellen herangezogen werden:

  • Daten der Gesundheitsberichterstattung, insbesondere auf kommunaler Ebene
  • Sozialberichterstattung
  • Wissenschaftliche Studien und Fachliteratur
  • Beobachtungen und Erfahrungen von Projektmitarbeiter/innen
  • Presseartikel, Veröffentlichungen in elektronischen Medien und im Internet, Dokumentationen
  • Aussagen und Berichte von anderen Trägern oder Fachkreisen
  • Regional oder Institutionen-spezifische Informationsquellen (z.B. Schuleingangsuntersuchung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin)
  • Zielgruppen-spezifische Informationsquellen (z.B. Zielgruppe: junge Drogengebraucher/innen: Polizeiberichterstattung zu Jugendkriminalität und Drogendelikten; Jugendstudien)
  • Mitglieder und Vertretungen der Zielgruppe selbst (z.B. Berichte von Selbsthilfe-Einrichtungen, Interessenvertretungen, eigene Erfahrungen als Mitglied der Zielgruppe oder Befragungen der Zielgruppe)

Die benötigte Information kann in der Regel nicht von einer einzelnen Quelle bereitgestellt werden. Informationen aus verschiedenen Quellen sollten zusammen geführt werden - siehe Triangulation.

Bei einer Bedarfsbestimmung stellen sich folgende Fragen:

  • „Um welche Zielgruppe handelt es sich?“
  • „Welche Informationen werden benötigt?“
  • „Welche Informationsquellen kommen in Frage?“
  • „Wie bekommen wir diese Informationen?“
  • „Was sagen uns die Informationen?“
  • „Wie glaubwürdig sind die Informationen?“
  • „Wenn sich die Informationen widersprechen, wie lässt sich dies erklären?“
  • „Was fehlt?“

Wenn Informationen fehlen, bietet es sich an, weitere Daten zu erheben. Der lokale Bedarf einer Zielgruppe wird im besten Fall unter Einbindung der Zielgruppe (also partizipativ) erhoben. Das heißt, es werden nicht nur Informationen über die Zielgruppe zusammengetragen, sondern auch von und mit der Zielgruppe.

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Autor/inn/en: Wright/Block/Unger