Evaluation

Das Wort Evaluation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Bewertung. In der partizipativen Qualitätsentwicklung werden Evaluationen eingesetzt, um die Ergebnisse konkreter gesundheitsfördernder oder präventiver Maßnahmen zu überprüfen. Partizipative Evaluation ist ein beteiligungsorientiertes Modell, welches bereits in die Entwicklung der Evaluationsfragen alle Beteiligten und Betroffenen einbezieht. Der gesamte Evaluationsprozess wird gemeinsam gestaltet. Das Ergebnis spiegelt eine gemeinsame datengestützte und wertbasierte Perspektive aller Beteiligten auf ein Programm, Projekt oder eine Organisation wider.

Die Selbstevaluation unter Einbeziehung der Zielgruppe bildet den Kern des partizipativen Ansatzes. Da alle verwendeten Evaluationsmaßnahmen in der Zusammenarbeit zwischen den Akteur/inn/en ausgehandelt werden, kommt auch immer ein gewisser öffentlicher Aspekt dazu, der eher einer Fremdevaluation ähnelt (vgl. Wright 2004).

Ist der Bedarf einer Zielgruppe bestimmt und darauf aufbauend eine Intervention entwickelt und durchgeführt, dann möchte man auch wissen, ob sie funktioniert und zu dem gewünschten Erfolg/Ziel (siehe ZiWi-Methode, SMART-Kriterien) führt. Es ist sowohl für Projekte als auch deren Zuwendungsgeber wichtig, darzustellen, ob eine Maßnahme die erwünschte Wirkung erbracht hat und wie die Wirkung der Maßnahme zu erklären ist. Hiermit hat die durchführende Einrichtung die Möglichkeit, vorhandene Maßnahmen zu optimieren oder neue zu entwickeln.

Die Ansprüche und Wünsche an eine Evaluation können zwischen den verschiedenen Akteur/inn/en (Zuwendungsgeber, Projektleitung, Projektmitarbeiter/innen und Zielgruppe) durchaus unterschiedlich sein und Aushandlungsprozesse (Zusammenarbeit) erforderlich machen. 

Für die Planung und Durchführung einer Evaluation ist folgende Vorgehensweise empfehlenswert:

  1. Welche Maßnahme soll evaluiert werden? Wer soll/muss beteiligt werden (Zusammenarbeit)? Ggf. Einladungen an gewünschte Beteiligte aussprechen.
  2. Klärung der Frage: Wozu wird die Evaluation durchgeführt? Was versprechen wir uns von ihr?
  3. Klärung der Adressat/inn/en der Evaluation. Für wen wird sie durchgeführt (z. B. aus eigenem Interesse der Einrichtung; auf Anforderung des Zuwendungsgebers etc.)
  4. Klärung der Frage: Was wissen wir schon über die Wirkung der Maßnahme? (Bestandsaufnahme)
  5. Entwicklung einer Fragestellung für die Evaluation. Die wichtigste Frage ist hier meist: Erreichen wir unsere Ziele? Werden die Indikatoren, die den Erfolg der Teilziele/Meilensteine und des Gesamtzieles anzeigen, erfüllt? (ZiWi-Methode)
  6. Entwicklung eines methodischen Designs (Zeitplan, Auswahl des bzw. der Erhebungsinstrumente). Je nach formulierten Indikatoren (ZiWi), werden die Methoden der Datengewinnung ausgewählt. Hierzu gehört auch die Klärung, welche Arten von Daten möglich und nötig sind.
  7. Erhebung von Daten
  8. Aufbereitung und Auswertung der Daten
  9. Verwertung der Ergebnisse (Veröffentlichung, Nutzung, Schlussfolgerungen für Verbesserungen ziehen)

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Glossar:

  • Evaluation (Externe und interne Evaluation; Fremd- und Selbstevaluation)

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Autor/innen: Block, von Unger, Wright