Community-based participatory research (CBPR)
Forschungsansatz aus dem anglo-amerikanischen Raum, bei dem Forschung immer gemeinsam mit den betroffenen „Communities“ bzw. von ihnen mit Unterstützung durch Wissenschaftler/innen durchgeführt wird. So wird sicher gestellt, dass Wissen produziert wird, das den beteiligten Communities nützt. Die Befähigung (Empowerment) und Kompetenzentwicklung (capacity building) der Beteiligten spielt dabei eine zentrale Rolle. Siehe auch „partizipative Forschung“
Empowerment
Kräftigung, Stärkung, Befähigung, Bemächtigung (engl „Power“= Kraft, Macht). Empowerment bezeichnet einen Prozess, bei dem Menschen sich stärken, ihre Sichtweisen und Bedürfnisse ausdrücken und aktiv werden, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
Evaluation
Evaluation bedeutet Bewertung. In der die partizipativen Evaluation wird unter Einbeziehung der Beteiligten (Projektmitarbeiter/innen) und Betroffenen (Zielgruppe) überprüft, inwiefern die Ziele einer Maßnahme erreicht werden. In der Literatur werden verschiedene Arten von Evaluationen unterschieden:
- Interne Evaluation wird von den Projektmitarbeiter/inne/n selbst durchgeführt.
- Externe Evaluation wird von Außenstehenden z. B. dem Kostenträger oder beauftragten Wissenschaftler/innen durchgeführt.
- Selbstevaluation ist die Auswertung der eigenen Arbeit. Sie ist vor allem in der Sozialarbeit und Pädagogik bekannt.
- Fremdevaluation dient der Auswertung der Arbeit von anderen. Sie kann auch innerhalb eines Projektes von Kolleg/innen vorgenommen werden, die nicht direkt an der Intervention beteiligt sind.
- Formative Evaluation (Prozess-Evaluation) wird bereits im Projektverlauf eingesetzt und kann hierdurch das Projekt noch während der Durchführung verbessern. Die Erfolgskriterien werden während des Prozesses festgelegt.
- Summative Evaluation (Bilanz-Evaluation) wird nach Abschluss des Projektes durchgeführt. Der Ausgangszustand wird mit dem Endzustand, der durch die Maßnahme erreicht wurde anhand vorher festgelegter Erfolgskriterien beurteilt.
Vor allem die interne und die Selbstevaluation sind mit der partizipativen Evaluation eng verwandt – die partizipative Evaluation legt im Unterschied jedoch besonderes Gewicht auf die aktive Einbindung der Zielgruppe(n).
Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung bedeutet eine umfassende Stärkung von Ressourcen und Potentialen zur Verbesserung der Gesundheit, siehe auch die 1986 verabschiedete Ottawa-Charta der Weltgesundheits-Organisation.
Partizipation
Partizipation bedeutet Teilnahme und Teilhabe und damit auch Entscheidungsmacht (link zu Konzept Partizipation/Intro).
Partizipative Forschung
Partizipative Gesundheitsforschung bedeutet Forschung mit statt Forschung über Menschen. Soziale Wirklichkeit wird gemeinsam studiert und verändert. Menschen und Einrichtungen, die klassischerweise das „Objekt“ von Forschung wären, werden einbezogen und an Entscheidungs- und Forschungsprozessen beteiligt. (Link zu FAQs) Partizipative Forschung ist eng verwandt mit dem internationalen Ansatz des „Community-based participatory research“ (CBPR).
Public Health Action Cycle
Der Public Health Action Cycle ist ein zyklisches Modell zur Verbesserung von Angeboten im Gesundheitswesen. Wir haben von diesem Modell das Konzept des Kreislaufs übernommen und die Bezeichnungen der vier Phasen des an Begrifflichkeiten und Arbeitschritte angepasst, die in der Projektarbeit üblich sind (Bedarfsbestimmung, Interventionsplanung, Durchführung, Evaluation). Weiterführende Quellen: Quint Essenz www.quint-essenz.ch/de/introduction/1138.html Rosenbrock, R (1997) http://skylla.wzb.eu/pdf/1997/p97-203.pdf
Qualität
Qualität in der Gesundheitsförderung und Prävention wird im Ansatz der partizipativen Qualitätsentwicklung nicht vorgegeben, sondern von den Projektmitarbeitenden selbst - unter Einbindung der Zielgruppen - definiert. In der Literatur werden vier Arten von Qualität unterschieden: strukturelle Qualität (z.B. Ressourcen, Ausstattung, etc), Planungsqualität (z.B. Zieldefinition nach SMART-Kriterien), Prozessqualität (z.B. Entwicklung von Qualitätsstandards, Qualität in der Durchführung) und Ergebnisqualität (z.B. Überprüfung der Zielerreichung und der Wirkung meiner Maßnahme auf die Zielgruppe).
Triangulation
Kombination verschiedener Perspektiven und Methoden. (link zu neuem Konzept: Zusammenarbeit/Triangulation).
Weiterführende Links und Literatur
- BZgA (2003) Leitbegriffe der Gesundheitsförderung: Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden in der Gesundheitsförderung. 4. Auflage. Schwabenheim: Fachverlag Peter Sabo
- Kooperationsverbund "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten", Internetplattform www.gesundheitliche-chancengleichheit.de – Good Practice Kriterien – Glossar
- Glossar wirkungsorientierter Evaluation (Univation, Köln, 2008)[br />http://www.univation.org/glossar/index.php
- Quint Essenz (Schweiz): Ressourcen und Glossar: http://www.quint-essenz.ch/de/resources
Zielgruppe
Eine Zielgruppe ist die eng umrissene, klar definierte Gruppe der Personen, die von einer Maßnahme erreicht werden soll. Zielgruppen-orientiertes Arbeiten in der Gesundheitsförderung und Prävention unterscheidet sich von früheren Konzepten der Gesundheitserziehung, die sich pauschal an die Allgemeinbevölkerung richtete.