Praxisbeispiel: DROPS Magdeburg

1. Titel: Evaluation des Filmprojekts „Szene zeigen!“ für Jugendliche (DROBS Magdeburg)

Durchführungszeitraum: von Februar 2006 bis Dezember 2007

2. Beteiligte Einrichtung/en:

Jugend- und Drogenberatungsstelle DROBS in Magdeburg

3. Autor/innen:

  • Michael T. Wright (WZB)
  • Diana Grothe (DROBS Magdeburg)
  • Silke Reich (DROBS Magdeburg)

3b. Wissenschaftliche Begleitung:

Durch die Forschungsgruppe Public Health, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

4. Maßnahme der Prävention/Gesundheitsförderung, die qualitätsgesichert wurde:

Das Projekt „Szene zeigen!“ der Jugend- und Drogenberatungsstelle DROBS in Magdeburg ist eine Maßnahme der Suchtprävention, die sich an sozial benachteiligte Jugendliche richtet. Im Projekt „Szene zeigen“ haben Jugendliche u.a. die Möglichkeit, eigene Videos zum Thema Sucht zu drehen. Sie werden dabei durch die Mitarbeiter/innen der DROBS und durch das Audiovisuelle Zentrum der Universität Magdeburg unterstützt.

5. Zielsetzung der Qualitätssicherung:

Die Qualitätssicherung verfolgte das Ziel, die Videoproduktion des Projekts „Szene zeigen“ zu evaluieren. Der Fokus der Evaluierung lag auf der präventiven Wirkung der Maßnahme auf die beteiligten Jugendlichen.

6. Nutzen:

Die erfolgreiche Umsetzung der Evaluationsstrategie fand bereits statt. Die Entwicklung des Evaluationsverfahrens hat die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter/innen auf mögliche Änderungsprozesse bei den Jugendlichen gestärkt und die besondere Wirkungsweise der Filmarbeit (im Vergleich zu anderen Interventionsformen) verdeutlicht.

Die im Rahmen der Beratung angewendete ZiWi-Methode zur Feststellung der Wirkungen der Filmarbeit wurde bereits für die Planung anderer Interventionen eingesetzt. Auf diese Weise geht der Nutzen des Evaluationsverfahrens für DROBS über die Evaluation der Filmarbeit hinaus.

7. Methodisches Vorgehen:

Die Evaluation des Jugendfilmprojekts „Szene zeigen“ wurde wissenschaftlich durch das WZB begleitet. Folgende Schritte wurden über einen Zeitraum von 18 Monaten unternommen: 

  1. Klärung der Ziele und Wirkungsweise der Filmarbeit (ZiWi-Methode)
  2. Entwicklung eines Evaluationsverfahrens
  3. Durchführung der Evaluation mittels:
    1. Blitzbefragung
    2. Fragebögen
    3. Fokusgruppen
  4. Anpassung und Verbesserung des Verfahrens
  5. Auswertung und Erstellung des Evaluationsberichts

8. Ergebnisse der Qualitätssicherung:

Insgesamt wurden zwölf Filmarbeiten mit 94 Jugendlichen durch das Verfahren evaluiert. Die Ergebnisse der Evaluation zeigen eine sehr positive Resonanz seitens der Jugendlichen und bieten starke Anhaltspunkte dafür, dass die beabsichtigten Ziele der Intervention erreicht worden sind. Bei den meisten Teilnehmer/innen sind die bedeutendsten Effekte nicht in Bezug auf Informationsgewinn (die Jugendlichen verfügen bereits über ein gutes Basiswissen), sondern in Bezug auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Entstehung von Sucht und möglichen Problemlösungsstrategien festzustellen.

9. Erfahrungen und Tipps:

Es stellte sich heraus, dass das Hauptproblem bei der Durchführung der Evaluation die Ängste der Jugendlichen sind, die sich bei der Beantwortung der Fragen sichtbar wurden. Bei vielen Schüler/innen war zu merken, dass sowohl eine große Unsicherheit in der Verbalisierung ihrer Meinungen sie davon abhalten, sich zum vorhanden Wissen und zum Verlauf der Dreharbeit zu äußern. Die Teilnahme an der Dreharbeit selbst ist für die gleichen Schüler/innen jedoch nicht so problematisch, weil dabei die Sprachfähigkeiten der Einzelnen nicht im Vordergrund stehen. Wege mussten gefunden werden, diese Hindernisse zu berücksichtigen, vor allem dadurch, dass die Sprachkompetenzen – vor allem die schriftliche Sprachkompetenzen – der einzelnen Teilnehmer/innen nicht überfordert werden. Im Jugendfilmprojekt „Szene zeigen“ wurden die Erhebungsmethoden mehrfach überarbeitet, um die Fragen klarer und verständlicher zu machen und sie besser auf die teilnehmenden Jugendlichen zuzuschneidern. Auch interaktive Elemente und bildliche Darstellungen von Aussagen wurden als Alternativen zum schriftlichen Fragebogen eingeführt.

10. Anschauungsmaterial/ Dokumente zum Download: