Praxisbeispiel: TAMPEP Hamburg

1. Titel: Überarbeitung einer Befragung zum Thema Prostitution (TAMPEP-Germany)

Durchführungszeitraum: von Januar 2006 bis November 2006

2. Beteiligte Einrichtung/en:

TAMPEP-Germany (European Network for HIV/STI Prevention and Health Promotion among Migrant Sex Workers)

3. Autor/innen:

  • Michael T. Wright (WZB)
  • Veronica Munk (TAMPEP-Germany)
  • Regina Wenzel (TAMPEP-Germany)
  • Alex Golobof (TAMPEP-Germany)
  • Simone Oppenheim (TAMPEP-Germany)

3b. Wissenschaftliche Begleitung:

Durch die Forschungsgruppe Public Health, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

4. Maßnahme der Prävention/Gesundheitsförderung, die qualitätsgesichert wurde:

Eine bereits bestehende bundesweite Befragung zur Situation von Migrantinnen in der Sexarbeit sollte überarbeitet werden.

5. Zielsetzung der Qualitätssicherung:

Die Qualitätssicherung verfolgte das Ziel, die Befragung so zu überarbeiten, dass der Rücklauf und die Datenqualität verbessert werden.

6. Nutzen:

Bis zum Ende der Beratung konnte der neue Fragebogen noch nicht ausprobiert werden, weil die Finanzierung für die nächste Projektphase noch nicht genehmigt worden war. Die Mitarbeiterinnen versprechen sich jedoch einen großen Nutzen dadurch, dass die Datenqualität besser wird. Dementsprechend wird auch die Aussagekraft des Landesberichts für Deutschland steigen.

Durch die Zusammenarbeit mit dem WZB-Mitarbeiter bekamen die TAMPEP-Mitarbeiterinnen neue Kompetenzen in der Bewertung und Gestaltung von Fragebögen, vor allem zu Fragen des Rücklaufs, der Durchführung und der Datenqualität.

Ein weiterer Nutzen besteht daraus, dass die Ergebnisse aus der Beratung an das europäische Steuerungsgremium bereits mitgeteilt wurden, was Folgen für die Weiterentwicklung der gesamten Berichterstattung haben könnte.

7. Methodisches Vorgehen:

Der Fragebogen wurde in folgenden Schritten überarbeitet:

  1. Klärung der bisherigen Probleme in der Befragung
  2. Durchführung einer Umfrage zum Rücklauf und Auswertung des Antwortverhaltens (Leitfaden für die telefonische Umfrage)
  3. Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für die Befragung
  4. Umsetzung der Verbesserungsvorschläge (Überarbeiteter Fragebogen)

8. Ergebnisse der Qualitätssicherung:

Auf Grund der Zusammenarbeit mit dem WZB haben die TAMPEP-Mitarbeiterinnen den Fragebogen, der der Befragung zugrunde liegt, sprachlich und inhaltlich überarbeitet. Dazu wurde das Datenerhebungsverfahren vereinfacht und stärker fokussiert. Es wird in Zukunft keine Totalerhebung aller deutschen Einrichtungen mit Kontakt zu Migrantinnen in der Prostitution mehr geben, sondern wird gemäß einem Observatorium-Modell nur eine Auswahl an Gesundheitsämtern und NGOs befragt, die in den zwanzig größten Städten bzw. im Bereich der Grenzprostitution tätig sind. Diese Einrichtungen werden als Observatorien (Beobachtungsstellen) fungieren, um Entwicklungen in der Prostitutionsszene über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Eine enge Beziehung zu diesen Einrichtungen wird aufgebaut, um systematisch nachfassen zu können, in dem Fall, dass Daten fehlen oder missverständlich sind. Der neue Fragebogen und das neue Erhebungsverfahren werden in die nächste deutsche Erhebung eingebaut und als Grundlage für Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Erhebung auf europäischer Ebene dienen

9. Erfahrungen und Tipps:

  • Eine telefonische Umfrage bei Einrichtungen, die den Fragebogen ausfüllen sollen, ergibt wichtige Informationen dazu, was geändert werden muss, um das Ausfüllen des Bogens zu erleichtern.
  • „Klein aber fein!“ – Vor allem wenn man wenige Ressourcen hat, ist es besser, eine kleine, gut ausgewählte Gruppe an Einrichtungen zu befragen, statt dessen zu versuchen, alle zu erreichen!
  • Man soll klar darüber sein, welche Ziele man mit der Befragung erreichen will und welche Ressourcen für die Umsetzung der Befragung zur Verfügung stehen, damit die Ansprüche realistisch bleiben.

10. Anschauungsmaterial/ Dokumente zum Download:

Weitere Informationen: www.tampep.eu